Muss es perfekt sein?

Ich bin Schülerin. Ich möchte gute Noten erzielen. Ich möchte erreichen, was von mir erwartet wird: 
Ein gutes Abitur, Erfolg in Beruf und Leben. Ein Kommentar von Caroline aus der Schülerredaktion

Vor einiger Zeit hat Der Spiegel einen Artikel namens „Superkind“ veröffentlicht und ich finde, dass vieles davon zutrifft. Denn Kinder sind heute keine Kinder mehr oder dürfen keine mehr sein. So bald wie möglich werden sie in die Früherziehung geschickt, lernen im Kindergarten Chinesisch, damit auch ja der optimale Mensch entsteht. Ein Mensch, der schon von der Grundschule aus eine Firma leitet, der bereits mit vier alle Stücke von Mozart auf dem Klavier spielt und nie auch nur einen Fehler macht. Manche Eltern halten ihr Kind für unterentwickelt, schicken es zum Kinderpsychologen, weil es eine Drei mit nach Hause brachte.

Ich finde: Kinder sind keine Superhelden. Es steht ihnen genau wie Erwachsenen zu, Fehler zu machen! Sie haben ihr Leben noch vor sich, sie müssen noch die Irrtümer begehen, die andere schon gemacht haben, um selber zu entscheiden, wie ihr Leben aussehen soll.

Wenn der kleine Balthasar-Amadeus der Isabella-Marie im Kindergarten mit der Schaufel auf den Kopf haut, reicht es nicht mehr aus, wenn die Erzieherin schimpft. Nein, jetzt wird der Anwalt geholt, die Eltern des kleinen Balthasar-Amadeus vor Gericht gezerrt und entschieden, wessen Kind perfekter ist. Doch es bleibt nicht im Kindergarten: Wehe, Isabella-Marie schafft es nicht auf die Schule, die ihr schon seit Geburt vorbestimmt ist. Dann ist zu Hause die Hölle los. Dann heißt es lernen, lernen, lernen!

Ich denke, viele Kinder, die gute Mittelschüler wären, quälen sich auf dem Gymnasium, gehen dreimal die Woche zum Nachhilfeunterricht und lernen jeden Abend, um zu erreichen, was ihre Eltern von ihnen erwarten. Ich persönlich habe Angst, meine Eltern zu enttäuschen und vergesse deswegen auch manchmal, dass ich eigentlich eine gute Schülerin bin. Habe Angst vor Arbeiten über ein Thema, welches ich eigentlich komplett verstanden habe. Strenge mich an und arbeite mit, damit ja keine 3 auf dem Zeugnis steht.

Je näher das Leben rückt, desto stärker wird der Druck, genau wissen zu müssen, wie es einmal sein wird. Ich denke trotzdem, dass ich nicht perfekt sein muss.

 

 

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